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5 Jahre Erfolg im Business – Interview mit Eva Malawska

"Kleine Prints"-Gründerin Eva Malawska berichtet über ihre Erfahrungen mit ihrem seit über 5 Jahren erfolgreichen Business für Kinder-Fotoprodukte.

Im Oktober 2019 hat Kleine Prints sage und schreibe schon seinen 5. Geburtstag gefeiert. Unglaublich, was in diesen Jahren alles passiert ist, wie viele kleine und große Foto-Fans inzwischen mit Fotoliebe aus dem Hause Kleine Prints beglückt worden sind und was wir insgesamt als Team erreicht haben!

Den gerade verstrichenen „halbrunden“ Geburtstag haben wir zum Anlass genommen, um unsere Gründerin und Geschäftsführerin Eva Malawska mal nach ihren ganz persönlichen Erfahrungen, Ahas und Lehren aus den vergangenen fünf Jahren mit Kleine Prints zu befragen:

Liebe Eva, wenn Du auf die vergangenen fünf Jahre mit Deinem Unternehmen Kleine Prints zurückschaust – was waren so Deine großen „Aha-Momente“ auf dem Weg?

Mhhh… der allergrößte Aha-Moment kommt eigentlich jeden Tag wieder: „Aha, das funktioniert ja wirklich!“ Ich hätte einfach nie gedacht, dass aus meiner kleinen privaten Problemlösung so ein Business wird, das jetzt tatsächlich schon fünf Jahre gut läuft. Das ist einfach total großartig und manchmal immer noch schwer zu fassen für mich.

Der ganze Erfolg von Kleine Prints basiert letztendlich auf Bauchgefühl: Ich hatte eine gute Idee und hab mich getraut, auf dieses Bauchgefühl, dass es wirklich ’ne GUTE Idee ist, zu hören.

Natürlich steckt dann in der Umsetzung auch einiges an Fleiß und Arbeit. Aber ohne dieses erste Gefühl und den Mut, ihm zu folgen, säße ich heute immer noch als Grafikdesignerin in einer Agentur und würde Grafiken für Produkte designen, die mein Herz nicht berühren.

"Kleine Prints"-Gründerin Eva Malawska berichtet über ihre Erfahrungen mit ihrem seit über 5 Jahren erfolgreichen Business für Kinder-Fotoprodukte.

Ich bin total dankbar dafür, dass alles so gekommen ist. Also mein wichtigstes Aha: Diese „verrückten“ Bauchgefühle können einen echt an gute Orte im Leben führen!

Spannend! Und was würdest Du als Deine größten Lehren aus den vergangenen fünf Jahren bezeichnen?

Oh, gelernt habe ich tatsächlich unglaublich viel! Das allergrößte Learning aus den Jahren mit eigenem Business ist immer noch, dass so ein Business eine Achterbahnfahrt ist — und dass das ganz normal ist.

Es kann heute super laufen und morgen, nächste Woche oder nächsten Monat schon wieder ganz anders aussehen. Man muss lernen, sich auf sowas einzustellen und damit entspannt umzugehen, insbesondere wenn man online seine Kund*innen erreicht.

Wir sind schon ein Stück weit abhängig von Google, Instagram und Co., weil darüber eben die allermeisten unserer lieben Kund*innen zu uns kommen. Und dann wird halt — zack — mal eben ein Algorithmus geändert und wir müssen uns auch entsprechend wieder neu sammeln und umstellen.

Dies ist nur eins von sehr vielen Beispielen dafür, wie unstet so ein Business sein kann. Damit lernt man aber umzugehen und man kann es auch spielerisch als Herausforderung sehen.

Eine weitere große Lehre, die ich persönlich in den vergangenen Jahren erfahren habe: dass ich als Chefin mein Tempo selber bestimmen MUSS. Ja, ich darf es und ich bin dankbar dafür — aber ich MUSS es auch! Niemand sagt mir, was ich zu tun und zu lassen habe. Allerdings sagt mir damit auch niemand „jetzt mach endlich mal Feierabend“.

Mit der perfektionistischen Ader, die ich wie viele andere auch in mir trage, kann man da schnell mal an und über seine Grenzen hinauskommen. Deshalb durfte ich lernen, einfach ruhig zu bleiben, entspannt aber beständig an den Dingen weiterzuarbeiten und vor allem: Selbst zu definieren, was für mich Erfolg bedeutet und meine Arbeit daran auszurichten; nicht an den Erfolgsdefinitionen anderer Menschen.

Für mich bedeutet Erfolg, dass ich einen tollen Job und viel Freizeit habe und gleichzeitig auch noch total flexibel bin. Außerdem bin ich froh, dass ich keine Investoren habe und niemandem Rechenschaft ablegen muss. Ich bin wirklich, wirklich meine eigene Chefin.

Vielleicht könnte ich mit noch mehr Arbeit oder Investoren an Bord noch mehr Umsatz generieren. Aber das allerdickste Bankkonto von allen zu haben ist nicht das, was mich glücklich machen würde. Das musste ich mit den Jahren auch erstmal lernen: Mehr Gewinn ist nicht immer das höchste und wichtigste Ziel!

"Kleine Prints"-Gründerin Eva Malawska berichtet über ihre Erfahrungen mit ihrem seit über 5 Jahren erfolgreichen Business für Kinder-Fotoprodukte.
Das Kleine Prints-Kernteam im Sommer 2019

„Man muss sich Unterstützung holen!“

Außerdem habe ich gelernt, dass man sich unbedingt Unterstützung holen muss, wenn man möchte, dass das Business wächst! Ich dachte anfangs, „ich mach einfach alles so weiter“ – aber ich merkte irgendwann sehr, sehr deutlich: So geht das nicht! Ich kann nicht als einzelner Mensch alle anfallenden Aufgaben in einem wachsenden Business stemmen.

Mir persönlich ist das in dem Moment sehr klar geworden, als ich Texte für meine Internetseite schreiben musste. Da saß ich dann gefühlt irgendwie drei Wochen an einem Satz. Ging gar nicht. Man sollte sich also unbedingt schnellstmöglich Unterstützung für die Bereiche holen, die nicht zu den eigenen großen Talenten zählen.

Wenn man anfangs kein Geld hat, um die Leute zu bezahlen, muss man eben Tauschgeschäfte anbieten, so hab ich das am Anfang auch gemacht. Ich habe dann einfach irgendwas angeboten, was ich gut kann, im Gegenzug für die Leistung die ich brauchte. Ich hab mich ehrlich gesagt mein halbes Geschäftsleben mit solchen Deals durchgewurschtelt. Irgendwann sollte man dann auch mal den Absprung von dem Modell finden, aber in der oft geldknappen Startphase eines vollständig selbst finanzierten Unternehmens ist es wirklich Gold wert!

Ein weiteres Learning ist für mich, dass es so, so, so wichtig ist, nicht zu viel links und rechts zu schauen, sondern im eigenen Business genau das zu machen, woran man selbst zutiefst glaubt. Das heißt nicht, dass man beratungsresistent sein soll, haha, im Gegenteil: Ich habe wundervolle Berater*innen an meiner Seite.

Aber gerade, wenn es um das Thema Wettbewerber geht, finde ich einen gesunden Tunnelblick durchaus hilfreich. Ich mache mit meinem Team das, woran ich glaube und schaue nicht so sehr, was andere machen. Damit bin ich über die Jahre sehr gut gefahren.

Wenn man mit Herzblut etwas macht und gleichzeitig bereit ist, zu lernen und sich weiterzuentwickeln, wird man immer irgendwie Erfolg haben. Davon bin ich überzeugt.

Fotoprodukte für Kinder von Kleine PrintsFotoprodukte für Familien von Kleine Prints

Apropos Weiterentwickeln. Man sagt ja, ein eigenes Business sei das beste Tool überhaupt zur Persönlichkeitsentwicklung. Wie bist Du persönlich an Deinem Business gewachsen?

Ein paar Aspekte sind ja schon angeklungen.

Also ich habe tatsächlich auf die relativ harte Tour gelernt, dass man sich als seine eigenen Chefin unbedingt Ruhepausen gönnen muss. Eben weil es diese Regulation durch Vorgesetzte oder vertraglich vereinbarte Arbeitszeiten wie bei Angestellten überhaupt nicht gibt und man natürlich in der Regel mordsmäßig motiviert ist, etwas für sein Business zu tun! Man kommt da leicht in die Versuchung, sich zu viel vorzunehmen, und das tut auf die Dauer wirklich nicht gut.

So bin ich durch den Stress, den ich mir zeitweise mit meinem Unternehmen gemacht habe, letztendlich viel gelassener geworden. Man muss lernen, sich gezielt zu entspannen und sich zu denken „Wenn’s heute nicht fertig wird, wird’s halt morgen fertig“. Ich bin schließlich kein Herzchirurg, hier geht’s nicht um Leben und Tod. Ich musste mir diese innere Haltung zulegen, sonst wäre ich schon längst im Burnout gelandet.

Damit zusammenhängend durfte ich auch lernen, meine Arbeit und meine/unsere Erfolge immer mal wieder ordentlich zu feiern. Viele von uns, gerade auch von uns Frauen, neigen ja dazu, total überzogen hohe Ansprüche an uns selbst zu haben. Und wenn wir gute Ergebnisse erreichen und viel leisten, schenken wir uns nicht mal die entsprechende Anerkennung dafür.

Das war und ist ein großer Wachstumsbereich für mich: Zu wissen, wann es genug ist, und das Erreichte auch wirklich immer wieder anzuerkennen und gebührend zu feiern.

„Plötzlich CEO“

Außerdem habe ich mich persönlich natürlich von der Grafikdesignerin zur Geschäftsführerin entwickelt! Und das war eine ganz schön heftige Lernkurve, das kannst Du glauben. Am Anfang habe ich ja alles selbst gemacht, hauptsächlich Grafik.

Wenn so ein Unternehmen dann wächst, hast Du plötzlich ganz andere Aufgaben und musst Dich mit vielen anderen Themen, die nicht alle Deiner ursprünglichen Expertise entsprechen, auseinandersetzen. Ich musste mich dann relativ bald mit Verträgen beschäftigen, mit Personal und Mitarbeiterführung, Finanzen und, und, und.

Messestand von Kleine Prints

In diesem Rahmen und in dieser neuen Rolle habe ich auch gelernt, über meinen Schatten zu springen und viel offener als vorher auf Leute zuzugehen. Ich bin eigentlich nicht so die Rampensau 😉 Aber zum erfolgreichen Business gehört es eben, sich zu verbinden und auszutauschen. Ich durfte inzwischen auch schon einige Male vor größeren Gruppen über Kleine Prints sprechen. Das war jedes Mal ’ne mega große Herausforderung, aber ich werde auch jedes Mal besser darin und das macht mir wiederum große Freude!

Der Weg war oft sehr herausfordernd, aber ich habe auf diesem Weg natürlich auch unglaublich viel gelernt und das Lernen hört auch nie wirklich auf.

 

Wir kommen zum Ende dieses Gesprächs. Hast Du zum Abschluss vielleicht ein paar Tipps für andere Frauen, die darüber nachdenken, zu gründen?

Klar! Mein Nr. 1-Tipp lautet seit Jahren: Einfach machen! Hört sich so simpel an, aber wie ich eingangs schon erklärt habe, wäre mein Business eben nie entstanden, wenn ich nicht den Mut gehabt hätte, mit meiner Idee einfach mal loszulegen.

Tipp Nr. 2: Heb Dich ab! Du musst natürlich nicht zwangsweise das Rad neu erfinden, aber irgendwo muss Dein Produkt/Deine Dienstleistung ein Alleinstellungsmerkmal haben. Was macht Dein Angebot anders als alle anderen? Es ist wichtig, sich darüber in der Anfangszeit klar zu werden, denn darauf baut vieles auf!

Tipp Nr. 3: Mach Dir einen Plan. Ja, allein das Wort „Plan“ mag sich für die eine oder andere langweilig anhören, aber um zielgerichtet zu arbeiten, sollte man schon etwas strategisch an sein eigenes Business rangehen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Ich arbeite gerne mit dem simplen Business Model Canvas, aus dem sich dann ganz logisch die TO DOs ergeben.

Tipp Nr. 4: Sei gnädig mit Dir und behalte Deinen Perfektionismus unbedingt im Auge! Es gilt immer: Better done than perfect! Lieber Dinge „ok“ fertig machen und abhaken, als monatelang nichts abschließen. Einen Feinschliff kann man später immer noch machen!

Tipp Nr. 5: Vernetze Dich und hol Dir gezielt Unterstützung. Du kannst nicht alles alleine schaffen! Siehe oben.

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Bildquellen: 1) Holy Moly Kinderfotografie 2) Alica Pfister 3, 4, 5 und 6) Team Kleine Prints 7) Team Kleine Prints unter Verwendung eines Bildes von unsplash.com

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