6993 km durch Südfrankreich & Nordspanien: Unsere genaue Route

Tolle Campingplätze Pyrenäen Südfrankreich Nordspanien

Im ersten Artikel über den sechswöchigen Familienroadtrip im Sommer 2018 hat unsere Gründerin Eva berichtet, welche wunderbaren Erfahrungen sie auf der Reise mit ihrem Freund und der gemeinsamen Tochter Lotta gemacht hat.

Heute bekommt Ihr als Ergänzung dazu die detaillierte Campingplatz-Liste mit allen 14 Stationen der Reise und viiielen Tipps und Hinweisen.

6 Wochen Roadtrip nach Südfrankreich und Nordspanien – alle Stationen auf einen Blick

Puh, es gibt viel zu erzählen und ich hoffe, dass all diese Infos Euch als Inspiration/Hilfe dienen können, solltet Ihr selbst mal eine ähnliche Reise planen. Los geht’s:

Frankfurt Hanau / Campingplatz Großwelzheim (1 Nacht)

Dieser Campingplatz war für uns ehrlich gesagt eher ein „Notnagel“. Eigentlich wollten wir nämlich nach Mainz zu einem ganz tollen Stellplatz direkt am Rhein, der war allerdings schon voll belegt, als ich von unterwegs anrief. Deswegen also Hanau, wir hatten gehofft, direkt im Grünen zu landen und schon in der ersten Nacht tief entspannen zu können.

Der Campingplatz liegt direkt an einem Baggersee mit aktivem Baggerbetrieb und in der Einflugschneise des Frankfurter Flughafens. Von Ruhe und Erholung war also nicht unbedingt zu sprechen. Hier leider keine Herzens-Empfehlung, aber zur Not geht es mal für eine Nacht!

Keine Sorge, es wird noch besser.

Lausanne / Camping du Vidi (1 Nacht)

Lausanne haben wir als Station ausgewählt, weil mein Freund Nils dort noch einen (letzten) Geschäftstermin wahrnehmen musste. Der Campingplatz liegt mitten in der Stadt (!), das fand ich ganz cool. Wir hatten dort schon Befürchtungen, dass es wieder super laut werden würde, war es aber überhaupt nicht!

Der Campingplatz ist direkt am Genfer See gelegen und ist an sich echt schön. Natürlich ganz schön teuer für unsere Verhältnisse, Schweiz halt. Kann man gut machen, falls man mal nach Lausanne möchte. Wer aufs Reisebudget achten möchte, bleibt wohl besser nicht zu lange in der Schweiz, aber das ist ja bekannt.

La Grande Cosse / Capfun Camping (7 Nächte)

Von Lausanne aus ging es auch schon direkt nach Südfrankreich, zum Campingplatz La Grande Cosse, auf dem wir mit Lottas Opa verabredet waren. Dieser Campingplatz war früher der größte Nackt-Campingplatz in ganz Frankreich, ist er aber seit zwei Jahren nicht mehr. Also kein Nackt-Campingplatz mehr, daher haben wir uns getraut, hinzufahren, haha.

Leider wurde der Campingplatz von einem recht großen Betreiber übernommen, der den Platz nun größtenteils mit Mobile Homes bestückt, nicht so toll. Es gibt nur noch 50 Stellplätze für Caravans etc. Das ist echt schade, weil alles dadurch so einen Retorten-Charakter bekommt.

Der Platz an sich ist super schön gelegen, zwischen Dünen und nah an einem echt schönen Naturstrand. (Dort machen allerdings noch viele FKK, macht ja aber nichts.) Ich denke aber, dass wir trotz der schönen Lage nicht nochmal zu diesem Platz fahren werden, wegen der genannten Umstrukturierung. Der Platz hat dadurch einfach deutlich weniger Charme als andere Plätze.

Pyrenäen / Camping Domaine St Martin (2 Nächte)

Dieser schöne Campingplatz ist sehr verwinkelt und läuft sehr in die Horizontale; das heißt, wer oben einen Stellplatz hatte, musste oft recht lange laufen, da es beispielsweise nur ein einziges Waschhaus gibt. Das war etwas unpraktisch.

Aber ansonsten ist dieser Platz eine tolle Anlaufstelle, weil man direkt in der Umgebung schöne kleine Wanderungen machen kann, es gibt beispielsweise einen kleinen Wasserfall, zu dem man spazieren kann. Der Campingplatz liegt noch nicht so besonders hoch, aber man erahnt schon die frische Bergluft!

Pyrenäen / Camping Pla de Barres (1 Nacht)

Dieser Platz!!! Wenn ich daran zurückdenke, steigt in mir gleich wieder die Begeisterung auf! Alles ist dort ganz offen und natürlich gehalten, irgendwie hat mich alles da an Kanada erinnert, obwohl ich noch nie in Kanada war 😉 . Mitten durch den Campingplatz verläuft ein Bach, mega schön. Allerdings recht windig, was aber an der Region liegt.

Der Platz ist sehr simpel gehalten, hat aber ein tippitoppi neues Waschhaus, was ich super fand. Dies war übrigens der Campingplatz, auf dem uns der Bär die Motorhaube zerkratzt hat. (Erwähne ich im ersten Artikel.) Am Eingang des Platzes wurde man auch durch einen Flyer darauf hingewiesen, dass hier Bären unterwegs sein können. Unser Erlebnis scheint also keine Seltenheit gewesen zu sein. Natur pur. I like.

Pyrenäen / Camping Pica d‘Estas (1 Nacht)

Dieser Platz liegt an ebenfalls an einem Bach, allerdings meinem Empfinden nach an einem sehr lauten. Also eher ein Fluss. Trotzdem ist es ein schöner Campingplatz, den man gut anfahren kann. Er ist auch eher simpel gehalten und recht klein.

Die Waschhäuser waren für mich irgendwie gewöhnungsbedürftig, weil die Duschen in so Kabinen unterteilt waren, irgendwie Old School, aber für eine Nacht ist das ja auch egal. Drumherum traumhafte Berge, die ja so kleine Seltsamkeiten immer locker wettmachen. Außerdem kann man nach dem Camping-Abendessen für ’nen Absacker die Straße heraufspazieren, wo nette Senioren eine kleine Bar betreiben.

Pyrenäen Benasque / Camping Aneto (3 Nächte)

Dieser traumhafte Campingplatz zählt zu meinen absoluten Highlights dieser Reise. Wir hatten dort einen suuuper Stellplatz direkt am Pool und nah am Supermarkt. Auf dem Platz war alles zwar nicht mehr so superneu, aber der Pool war einfach der absolute Wahnsinn… das Gefühl, inmitten der wunderschönen Bergwelt mit atemberaubendem Ausblick im Pool zu planschen. Unbeschreiblich.

Raodtrip mit Kind

In der Nähe verlief wieder ein kleiner Bach und der kleine Ort Benasque (mit dem Auto 5 Minuten vom Campingplatz entfernt) ist auch suuuperschön. Total niedlich, kleine Cafés, Tapas-Läden, Spielplätze – einfach mega entspannt.

Außerdem gibt es in der Gegend im Frühjahr bis Frühsommer einen kleinen Bergsee aus geschmolzenem Schnee, der sich auch für einen Ausflug anbietet. Man kann schön drumherum radeln, spazieren oder sich gemütlich an den See setzen. Oder mit dem SUP drauf herum paddeln, wenn man eins dabei hat, so wie wir 😉 .

Wie ich schon sagte: Ein absoluter Traum! Deswegen sind wir hier auch länger als geplant geblieben.

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Zarautz / Talaimendi (5 Nächte)

In Zarautz waren wir vor acht Jahren schon einmal, aber auf diesem Campingplatz zuvor noch nicht. Dort war am Vortag gerade erst Saison-Eröffnung gewesen und es war wirklich unglaublich viel los, weil so viele Leute gerade anreisten. Zum Glück waren unsere Freunde schon etwas vor uns da und haben uns einen Stellplatz mit „reserviert“ (und direkt mitbezahlt), offiziell kann man dort nämlich nicht reservieren.

Unten auf dem Campingplatz war voll das Partyvolk, was mir erst etwas Sorgen gemacht hat, aber je weiter wir nach oben kamen, desto mehr Familien und Rentner waren zu sehen. Sehr gut, hehe. Wir hatten einen super Blick bis auf’s Meer.

Bis zum Strand war es immer ein Weilchen zu laufen, aber die Anlage ist insgesamt schön gemacht. Es gibt vor dem Platz einen Golfplatz und einen schönen Holzsteg. Früher waren wir übrigens immer auf dem weiter oben gelegenen Campingplatz in Zarautz, der superschön auf einer Klippe gelegen ist. Da muss man allerdings hunderte von Stufen hochkrackseln, ist also mit kleinen Kindern nicht so zu empfehlen.

San Vicente de la Barquera / El Rosal (6 Nächte)

Auch dieser an einer Flussmündung gelegene Platz zählt zu meinen absoluten Lieblings-Campingplätzen! Ist sehr old school, hier hat sich in acht Jahren echt nüscht verändert, aber braucht es auch nicht. Die Waschhäuser haben in der Mitte kein Dach… also kann man freiluftduschen. Hammerschön.

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Wir hatten hier auch einen mega guten Stellplatz. Geheimtipp: Nr. 169 oder 170! An dieser Stelle campen sonst eigentlich die Jakobsweg-Pilgerer, aber es waren keine da. Somit standen wir direkt am Zaun, sehr nah am Fluss, und hatten außerdem den besten Blick auf die Stadt. Mega romantisch.

Das Fischerdörfchen San Vincente an sich ist auch total schön. Also, falls Ihr mal irgendwo in der Nähe seid, schaut dort unbedingt vorbei!

Ferrol / Camping As Cabazas (6 Nächte)

Von San Vincente aus ging es dann direkt weiter nach Galicien, auf den Campingplatz As Cabazas in Ferrol. Dieser Platz ist auch sehr empfehlenswert und cool, denn hier hat man fast das Gefühl, man würde wild campen! Hier kann man sich hinstellen, wie und wo man möchte – man bekommt lediglich einen ungefähren Bereich zugewiesen. Alle stehen dadurch kreuz und quer und es wirkt viel natürlicher.

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Natürlich ist übrigens auch ein passendes Stichwort zu diesem Platz. Dort dürfen nämlich keine Hängematten aufgehängt werden, um die Bäume zu schonen. Schade für alle Hängematten-Liebhaber wie mich, aber eine tolle Haltung! Vom Campingplatz aus führt ein Sandweg hinunter direkt ans Meer, man steht dann gleich mit den Füßen im Sand.

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Die Waschräume sind hier doch sehr simpel, was aber angesichts der sonstigen Qualitäten des Campingplatzes auch irgendwie wurscht ist. Hier ist es einfach so schön! Es gibt übrigens auch eine kleine Bar und ein Café auf dem Platz, trotzdem haben wir keine übertriebenen Party-Exzesse mitbekommen.

Die Stadt Ferrol selbst steht sozial eher schwierig da. Als Reaktion bzw. Gegenmaßnahme dazu ist dort das wahnsinnig tolle Kunstprojekt „Menidas de Canido“ entstanden. Das ist mega kreativ und schön. Es wird sogar eine Wand für Banksy freigehalten, haha. Ich wünsche den Initiatoren jedenfalls, dass es eines Tages mit diesem prominenten Beitrag klappt. Ein Ausflug in das Viertel lohnt sich also absolut!

Picos del Europa / Hotel Aliva (1 Nacht)

Die Picos del Europa sind ein schönes Vorgebirge der Pyrenäen. Es ist landschaftlich sehr spannend und einfach „anders“, es gibt beispielsweise sehr viel Geröll. Hier haben wir auch Geier und einen Wolf gesehen.

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Auf dem Bergplateau dort kann man wohl campen, allerdings nur mit Zelt, nicht mit dem Auto. Deswegen haben wir uns das Hotel Aliva als Herberge gesucht, salopp gesagt eine ‚bessere Berghütte‘. Es ist schön gelegen und es gab zu dem Zeitpunkt ein Sonderangebot – Übernachtung inklusive Frühstück für 70 Euro. Deshalb haben wir uns für diese Übernachtung entschieden.

Das Frühstück war nicht wirklich berauschend, aber die Lage des Hotels ist eben der Hammer. Man ist gefühlt wirklich im „Nirgendwo“. Kein Ort, kein Internet, kein Handyempfang. Wer mal so richtig abschalten möchte, ist hier also absolut an der richtigen Adresse!

Bidart / Le pavillon Royal (2 Nächte)

Dieser Ort liegt am Meer, Bidart ist ein Surfer-Hotspot und das „Line Up“ immer mega voll. Der Campingplatz ist ziemlich groß und da ist viel los, viel Entertainment und Animation. War nicht so meins. Die Lage direkt am Meer ist natürlich super, aber wer Ruhe und einen weiten Blick sucht, ist hier eher an der falschen Adresse.

Außerdem fand ich diesen Campingplatz mit 65 Euro pro Nacht extrem teuer, wozu ich sagen muss, dass die Plätze in Frankreich allgemein teuer als erwartet waren. In Spanien waren es etwa 30 Euro pro Nacht. Auch das Bier war vergleichsweise teuer… Spanien 1 Euro pro Bier, Frankreich 5,50 Euro. Schon echt ein krasser Unterschied.

Die Küste dort in der Region von Biarritz/Bidart ist dafür wunderschön, seeehr wild, aufgrund der krassen Strömungen auch teilweise nicht gut zum Schwimmen geeignet, erst recht nicht mit Kindern. Biarritz an sich ist auch wirklich schön. Und wer auf Surfer-Klamotten steht, ist mit den Outlet-Shops in der Region im Paradies.

Auvergne / Camping Volcanoes (1 Nacht)

Von Bidart aus ging es weiter in die Auvergne, mitten in Frankreich. Der Campingplatz war quasi aufm platten Land. Nebenan haben so circa 200 Schafe gegrast, die mit ihrer Geräuschkulisse doch etwas lästig waren. Zum Glück haben sie die Nachtruhe eingehalten und gegen 22 Uhr hatte die Blökerei ein Ende, haha.

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In der Nähe gab es tatsächlich auch einen kleinen Vulkan, den mein Freund Nils dann auch bestiegen hat. Landschaftlich eine extreme Schönheit! Ich bin selbst nicht mit hochgegangen, weil wir erst relativ spät angekommen sind und ich dann mit Lotta im Zelt geblieben bin. Aber die Bilder vom Ausblick und der Natur dort sind traumhaft, der etwas 30-minütige Aufstieg lohnt sich auf jeden Fall, wenn Ihr Zeit dafür habt!

Chamonix Mont Blanc / Camping Les Marmottes (1 Nacht)

Diesen Campingplatz, der vis-a-vis des Mont Blancs gelegen ist, fand ich auch wieder superschön. Es war ein angemessener Abschluss unserer traumhaften Reise. Als wir dort standen, hat es abends über 1,5 Stunden unglaublich stark geregnet und gewittert. Wir lagen zu dritt in unserem Dachzelt und haben der Geräuschkulisse gelauscht. Ich fand es super romantisch und für Lotta war es mega aufregend.

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Dort vor Ort kann man mit Seilbahnen weiter hoch in die Berge fahren, was auf jeden Fall ein cooler Ausflug ist. Außerdem kann ich das kleine, von einer Australierin geführte Hibou Deli absolut empfehlen, das Essen da ist hammerlecker, sehr frisch und einfach guuut! Und: Wir konnten auf knapp 4000 Metern Höhe eine Schneeballschlacht im T-Shirt führen. Das war auf jeden Fall auch ein besonderes Erlebnis.

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Buchempfehlung für Euren Roadtrip

Wir hatten zwei Bücher der Serie „Wild Swimming“ (logischerweise die Ausgaben für Frankreich und Spanien) dabei, was ich unbedingt empfehlen kann. Darin findet man wilde Badestellen. Das fand ich für uns mega gut, denn so konnten wir immer schauen, ob es auf unserer Route eine tolle Badestelle gibt, die wir für eine kleine Pause inklusive Hüpfer in den See oder Fluss anfahren konnten.

Das hat die gefühlten Fahrtzeiten für uns alle, aber ganz besonders für Lotta, sicherlich deutlich verkürzt, denn so hatten wir oft auf der Strecke noch ein „kleines Abenteuer“ zwischendurch. Das kam immer gut an.

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Roadtrip mit Kind

Bildquelle: Alle Fotos stammen von Nils Elsner, außer das letzte, das stammt von Eva Malawska/Team Kleine Prints

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