Mama, wer ist eigentlich Gott? Kinder und Glaube

Kinder und Religion - wie führt man sein Kind heran?

Ostern steht vor der Tür und aus diesem Anlass haben wir im Kleine Prints-Team uns gefragt: Wie kann man eigentlich Kinder gut an das Thema Glauben heranführen? Oder führen sie sich vielleicht selbst heran? Ist das heute überhaupt noch wichtig?

Aus der Idee für diesen Beitrag ist jedoch am Ende kein „Ratgeberartikel“ geworden, sondern ein spannender persönlicher Bericht und Einblick unserer Gründerin Eva Malawska. Es folgen ihre Gedanken zu diesem besonderen Thema:

Kinder und Religion: Ist das überhaupt noch ein Thema?

Unsere Gesellschaft ist ja heute so „modern“, da kann schon mal die Frage aufkommen, ob man sich überhaupt noch groß damit beschäftigen muss, wie man seine Kinder an das Thema Religionen und Glaube heranführen kann.

Doch ganz egal, ob man selbst religiös ist oder nicht – sobald die Kinder in der Kita sind, kommen sie früher oder später irgendwie mit dem Thema in Berührung. Und das wirft natürlich Fragen auf. Die wohl am meisten gestellte lautet: „Wer ist Gott?“, beziehungsweise alle möglichen Varianten in drumherum. Was Gott so macht, was „er“ gut findet und was nicht so, und, und, und…

Kinder und Religion - wie führt man sein Kind heran?Kinder und Religion - wie führt man sein Kind heran?

Gerade jetzt zu Ostern ist das natürlich auch wieder total aktuell und viele Eltern werden mit entsprechenden Fragen konfrontiert sein. Doch dazu gleich mehr.

So war es in meiner eigenen Kindheit

Wie ich selbst zum Thema „Kinder und Religion“ stehe, ist stark durch meine eigenen Erfahrungen in der Kindheit geprägt. Ich bin als Kind in Polen streng katholisch erzogen worden. (Hat allerdings langfristig nicht gefruchtet, hehe.)

Religion hat für mich also von Anfang an zum Leben dazugehört, aber ich hab es ab einem gewissen Alter als sehr „aufgedrängt“ und zwanghaft empfunden, was ich natürlich nicht so gut fand. Als wir nach Deutschland gezogen sind, da war ich 7, mussten meine Schwester und ich erstmal noch jeden Samstag in die polnische Religionsschule gehen, was ich sehr anstrengend und nervig fand. Außerdem fand ich die Strenge in der katholischen Kirche noch nie schön, es hat mich nie wirklich emotional berührt. Ich musste das halt alles einfach mitmachen, was vielleicht viele von Euch auch aus ihrer eigenen Kindheit kennen.

Das fand ich als Kind blöd von meinen Eltern und ich finde es für mich persönlich auch heute falsch und völlig abwegig, meinem Kind irgendwas in dieser Form aufzuzwingen. Als Erwachsene bin ich sofort aus der Kirche ausgetreten. (Zum Glück versteht meine Oma kein Deutsch, für die wäre das nämlich die totale Katastrophe, wenn sie es wüsste. Bitte verratet mich nicht.)

Die schöne Seite von Religion

Trotz meiner frühen eher weniger berauschenden Erfahrungen mit Religion finde ich es total schön, wenn man gewisse Traditionen hat und lebt. Ich bewundere Familien, die einen lebendigen, liebevollen Glauben leben. Ich selbst würde mich auch nicht als ungläubig bezeichnen, auch wenn ich nicht an den Gott, der mir in der katholischen Kirche meiner Kindheit vermittelt werden sollte, glaube.

Viel wichtiger als das Vermitteln einer bestimmten, dogmatischen Religion mit strengen Regeln finde ich es, seinem Kind Werte mitzugeben, die ihm helfen, ein glückliches Leben zu führen und sich vom Mitgefühl sich selbst und anderen gegenüber leiten zu lassen.

Irgendwie geht es in Religionen ursprünglich ja immer um die Liebe, auch wenn von Menschen oft etwas ganz anderes daraus gemacht wurde und wird. Und darum geht’s doch irgendwie auch im Leben: Liebevoll mit sich und anderen zu leben. In Polen war es übrigens so, dass an Weihnachten oder Ostern gar nicht so ein Megafokus auf die Geschenke gelegt wurde, sondern es viiiel mehr um das familiäre Zusammensein ging. Das fand ich dann schon schön. Aber auf einen Großteil der religiösen „Aktivitäten“ dort hätte ich wie gesagt gut verzichten können.

Einen offenen Umgang fördern

Auch wenn ich selbst keiner Religion anhänge, ist natürlich nicht zu leugnen, dass Religionen unsere (Welt-) Gesellschaft nach wie vor stark prägen. Deswegen finde ich es schon wichtig, dass man seinem Kind irgendwie einen Zugang zu dem Thema ermöglicht.

Ich versuche deshalb, unserer Tochter Lotta einen ganz offenen Umgang mit verschiedenen Religionen zu vermitteln und keine Vorurteile zu schüren. Denn Menschen mit Vorurteilen gibt es doch irgendwie schon genug auf der Welt, oder?!

Kinder und Religion - wie führt man sein Kind heran?

Außerdem habe ich das Gefühl, dass Kinder eher an Gott glauben oder dem Thema zumindest eine starke Neugierde und Offenheit entgegenbringen. Da der Glaube für viele Menschen etwas Stärkendes, Positives im Leben ist, fände ich es für mich persönlich irgendwie falsch, das Thema komplett auszuklammern und meinem Kind so gar keinen Zugang dazu zu ermöglichen.

Aber wer ist denn nun Gott?

Tja, aber was antwortet man denn nun auf die Frage nach Gott? Für Menschen, die selbst in einem bestimmten Glauben total fest verankert und überzeugt sind, stellt sich die Frage natürlich nicht.

Doch auch wer sich selbst gar nicht so sicher ist, ob es Gott gibt oder nicht, beziehungsweise wer oder was das genau ist, kann seinem Kind eine gute Basis bieten. Ich glaube, man muss dabei einfach offen und ehrlich sein und darf sich nicht davor scheuen, zu sagen: „Ich weiß es auch nicht ganz genau.“ Letztendlich muss jeder Mensch selbst seine eigene Antwort finden und ich finde es schön, wenn ich Lotta dabei helfen kann, ein stabiles Gerüst zu bauen, das es ihr später leichter macht, diese ganz persönliche Antwort für sich zu suchen und zu finden.

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Kinder und Religion - Gedanken zum Thema von Eva Malawska

Fotoquellen: 1) Anna Lena Ehlers, Bild 2 bis 4 alle via unsplash.com – 2) & 3) Annie Spratt, 4) Kelly Sikkema, 5) Lina Grün

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